Unwuchtarten
Nach ISO kann ein starrerRotor gewuchtet werden, indem in zwei Ebenen (senkrecht zu der Rotorachse) Massen hinzugefügt oder vermindert werden. Von einem starren Rotor kann ausgegangen werden, wenn die Auswuchtgüte praktisch unabhängig ist von der Betriebsdrehzahl (für den gesamten Bereich von Null bis zur zulässigen Maximaldrehzahl).
Der eben beschriebene Zustand kann in den meisten Fälle bei Fräs- und Schleifspindeln angenommen werden. Bei starren Rotoren lassen sich zwei Typen von Unwucht unterscheiden:
Die statische Unwucht (Abb.1)
Die rein dynamische Unwucht oder Momentenunwucht (Abb.2)
Aus diesen beiden Komponenten setzt sich dann die “allgemeine dynamische Unwucht” (Abb.3) zusammen.
Die statische Unwucht
Die statische Unwucht (s. Bild links) entsteht dadurch, dass der Schwerpunkt des Rotors nicht auf der Drehachse liegt, sondern den Abstand von der Drehachse hat. Die Hauptträgheitsachse ist bei rein statischer Unwucht (z.B. Unwucht welche verursacht wird durch das Ventil an einem Fahrradreifen) parallel zur Drehachse. Es entstehen Fliehkräfte senkrecht zur Drehachse.
Die statische Unwucht ist eliminiert, wenn durch die zusätzlichen Gewichte
(bzw. das Wegnehmen von Gewichten) der Schwerpunkt des Rotors auf der Drehachse liegt
Die rein dynamische Unwucht (Momentenunwucht)
Bei der rein dynamischen Unwucht (s. Bild links) liegt der Schwerpunkt des Rotors zwar auf der Drehachse, die Hauptträgheitsachse ist aber nicht parallel zur Drehachse. Stellt man sich einmal vor, dass der Rotor in viele dünne Scheiben zerschnitten ist, dann wird der Schwerpunkt der einzelnen Scheibchen nicht auf der Drehachse liegen. Diese Scheibchen haben daher, jedes für sich betrachtet, Unwuchtkräfte.
Quelle : FH Osnabrück, Fachbereich Maschinenbau - Labor
für Mechanik und Messtechnik Prof. Dr. Reinhard Schmidt.